Dieses Phänomen war mir das erste Mal in meinem ersten teilweise agilen Projekt begegnet. Heute weiß ich deutlich mehr über die Zusammenhänge.
Damals stellte ich von klassischer Softwareentwicklung auf Agile um. Damit von einem jährlichen Release auf zweiwöchentliche Teilpakete. ⌚
Das Unternehmen war strikt zwischen Entwicklung und Betrieb getrennt. Ich gehörte zur Entwicklung und optimierte so nur mein Team häufiger und besser zu liefern, damit wir schneller lernen konnten und Anwenderfeedback bekamen.
Der Softwareentwicklungsprozess, in dem die Entwicklung ja nur ein Teil war, war streng nach Wasserfall vorgesehen und der nachfolgende Schritt war das Testing durch die Betriebsabteilung. Mit anschließender Inbetriebnahme des neuen Releases oder eben nicht.
Da die Anwendung recht komplex und nischig war dauerte das Testen 6 Wochen, bis wir Ergebnisse bekamen. Automatisierte Integrationstests damals Fehlanzeige. 🔍

Ich hatte mich richtig gut gefühlt als Projektleiter der Entwicklungsseite, dass wir nun in der Lage waren, alle 2 Wochen wertvolle neue Software zu liefern. Das hatte vor allem den Vorteil, dass wenn die Integration nicht klappte, wir nicht mehr 1 Jahr auf den nächsten Release-Slot warten mussten.
Was ich nicht bedacht hatte, war, dass unser „wir liefern ab jetzt alle 2 Wochen“ dazu geführt hatte, dass beim Betrieb das Backlog für das Testing volllief. Denn bereits während der 6 Wochen andauernden Testphase lieferten wir ja 2 – 3 neue Versionen, die wiederum den Testprozess antriggerten. Das wiederum sorgte dafür, dass die Betriebsabteilung neues Personal anstellen wollte.
Ich bekam das damals glücklicherweise noch mit, so dass wir zunächst auf 8 wöchentliche Lieferungen umstellten. Später dann, als mir auch Crossfunktionalität besser gelang konnte ich auch die Tester direkt im Team integrieren und noch später Testautomatisierung verankern.
Was ich mit der Schilderung meiner eigenen Erfahrung damit zeigen will: Wenn wir immer nur unseren kleinen Bereich im Value-Stream anschauen und nur danach optimieren, dann kann das gesamtunternehmerisch, aber zu deutlichen Mehrbelastungen und weniger Wert vor Kunde führen.
Ich hätte noch etliche Beispiele dafür, wie die Optimierung von einzelnen Kostenstellen und Profitcentern in Unternehmen dazu führt, dass alles andere deutlich teurer und langsamer wird.
Ich stelle mir das dann immer, wie ein komplexes Uhrwerk vor, wo ein Zahnrad plötzlich anfängt sich super schnell zu drehen, damit seine Zacken an den Rädern zu den Nachbarn abnutzt und alles aus dem Tackt bringt. ⌚
Wenn ich in meinen Beratungen also nach dem Valuestream und dem größeren Ganzen frage und auch dort KPIs haben möchte, ist das nicht nur so eine agile Floskel. Ich hab‘s selbst erlebt und glaube dass wenn jedes Team auch an die anderen denkt, dass allen gesamtheitlich dann mehr geholfen ist.
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