… und warum es sich lohnt auf die Uhrsachen zu schauen.
Ich habe mal einen Job als Agile Coach für eine Agile Transition nicht bekommen, weil es hieß:
„Morgen 19:30 bis 23:00 ist der Workshop dazu mit den Führungskräften!“
Meine Antwort war „So spontan habe ich niemanden, der dann meine Tochter betreut und ich bin derzeit die Hauptperson, die sie zu Bett bringt. Also kümmere ich mich lieber um meine Tochter und unterstütze gerne bei der Vorbereitung des Workshops.“
Das Ergebnis habe ich ja schon vorweggenommen.
Kommen wir nun zu einer weiteren unqualifizierten Aussage von Friedrich Merz, der Lifestyle-Teilzeit.
Und dass man im Zuge dessen das Recht auf Teilzeit abbauen möchte.

Ich glaube, dass man, wie in meinem letzten Beitrag, hier nur an Symptomen rumdoktern möchte, statt Grundlagen zu schaffen. Das auch noch mit falschen Maßnahmen. Hier kann ich mich auch irren, da ich als Vater vielleicht eine sehr persönliche Meinung dazu habe.
Schauen wir uns also mal die Betreuungssituation an, an die man meiner Meinung nach eher ran sollte, bevor man die Arbeitszeiten erhöht. Grundlagen schaffen. Systeme verändern und dann verändern sich die Menschen darin. 😉
Unsere Kita hat von 8 – 16 Uhr auf. Kinderabgabe ist von 08:00 – 08:30 möglich und abholen bitte schon bis 15:30, wegen Feierabend und so. Ergibt für mich eine mögliche Arbeitszeit von 9 – 15 Uhr. In dieser möchte ich vielleicht auch noch Essen, etwas für den Haushalt tun und mich duschen. Wer ein Kleinkind hat, kennt die Probleme vielleicht. 😄
Selbst wenn ich nicht auf mich achten würde und durcharbeiten würde, so würde ich es ja nur auf 15-9 = 6h Arbeit pro Tag schaffen. Ich brauche aber eben noch die eine Stunde am Tag, also habe ich nur 5h am Tag zur Arbeit zur Verfügung.
Dann kommen noch hinzu: 15 Tage Werksurlaub, Schließung zwischen Weihnachten und Neujahr, ein Studientag pro Monat, eine Betriebsversammlung pro Quartal, Brückentage und Ausfall, weil zu wenig ausgebildete Erzieherinnen oder Schneefall. Fehlen etwa 42 Tage, die noch zusätzlich abgedeckt werden dürfen. Kind krank und so noch nicht mit einberechnet. Da merkt man schon, dass selbst 25 Urlaubstage nie im Leben reichen würden.
Versteh mich bitte nicht falsch, ich habe die Luxussituation selbstständig zu sein und das schon irgendwie unterzukriegen und ich liebe die Zeit mit meiner Tochter. Es wäre nur auch cool die Möglichkeit zu haben eine komplette Workshopwoche verbindlich zusagen zu können, ohne sich mit zich Backups zu verrenken. Teilzeit ist also eine gute Lösung.
Meine Beobachtungen der letzten Jahre sind auch, dass Menschen in Teilzeit zudem das gleiche Leisten wie die meisten in Vollzeit. Die Stunden sind also sowieso nicht das Entscheidende.
❓Warum erzähle ich das jetzt? Gibt es vielleicht ähnliche Phänomene in Deinem Unternehmen? Beispielsweise „Zurück ins Büro!“ und es gibt weder genug Schreibtische noch Parkplätze noch Kantine in der Nähe? Grundlagen schaffen! Systeme verstehen.
By the way, die Transition, für die ich abgelehnt wurde, scheint sich von außen betrachtet nun auch erledigt zu haben, da die Kultur hier wohl siegt. Es scheint also sowieso ein Wink des Schicksals gewesen zu sein.
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